Viele Fragen zum Sauna-Selbstbau

Herr Peter H. fragte an:

Hallo Herr Scharner,

erst einmal vielen Dank und ein riesen Kompliment für Ihre super Seite und Ihre Engagement! Hat uns bei unserem aktuellen Saunaprojekt schon so viele Fragen beantwortet! Dennoch bräuchte ich heute Ihren Rat.

Wir sind dabei, unseren Traum einer Gartensauna zu realisieren. Wir haben ein Mauerfundament für Sauna und Vorraum von ca. 3m x 4m im Garten errichtet. Die eigentliche Sauna hat ein Außenmaß von ca. 2,5m x 3m (siehe Anhang). Das Fundament haben wir geschottert, verdichtet, mit 60mm Styrodur gedämmt und danach einen Fliesestrich eingebracht. Die Saunawände haben wir in Holzständerbauweise errichtet, da wir von unserem Hausumbau noch alle Materialien übrig hatten. Den Wandaufbau der Sauna haben wir wie folgt durchgeführt (Beschreibung von innen nach außen).

Innen in der Sauna eine 15mm OSB-Platte, die wir bislang als Dampfsperre vorgesehen hatten. Danach das Ständerbauwerk mit 120er Kanthölzer (teilweise aufgedoppelt). Das Gefach haben wir mit Steinwolle gedämmt. Danach haben wir außen noch komplett 60er Holzfaserdämmplatten (Gutex Ultratherm) auf Dach und Außenwände angebracht. Die Außenwände sollen später noch mit Hinterlüftung verlattet werden, das Dach wird mit Trapezblech versehen. Zusätzlich kommt in die Sauna noch ein Fenster von 1,5m x 0,6m (3-fach Verglasung mit Hitzebeschichtung). Der Innenraum der Sauna hat nun aktuell eine Abmessung von ca. 2,1m x 2,5m mit einer mittleren Deckenhöhe von 2,1m – also gute 11 cbm Volumen.

1.) Hier nun meine erste Frage! Bislang wollten wir die komplett abgeklebten OSB-Platten im Innenbereich als Dampfsperre verwenden. Alles mit Latexfarbe streichen und darauf mit Hinterlüftung die Nut-/Federbretter anbringen! Wir haben nun festgestellt, dass eigentlich noch eine Alufolien-Beschichtung als Hitzereflektion/Dampfsperre angebracht werden sollte! Hatten wir bislang leider völlig außer Acht gelassen! Sollten wir diese noch anbringen? Können wir diese Folie dann einfach überlappend auf die OSB-Platten tackern und mit Aluband verkleben? Oder sollten wir die Alufolie besser komplett flächig mit den OSB-Platten verkleben? Könnte sich sonst Kondenzwasser zwischen Alufolie und OSB-Platten bilden?

2.) Aufgrund beruflicher Möglichkeiten hätte ich eine recht starke technische Alu-Folie zur Verfügung, die allerdings auf einer Seite eine PVC-Beschichtung hat! Könnten wir diese verwenden oder sollten wir lieber die Finger davon lassen (Weichmacher, etc.)?

3.) Wie sollten wir danach die Nut-/Federbretter anbringen? Mit Hinterlüftung oder direkt auf Alu-Folie/OSB-Platten getackert!

4.) Wir wollen nordisch Fichte verwenden! Sollte diese kesseldruckimprägniert oder lieber naturbelassen sein?

5.) Welche Größe für den Ofen würden Sie mir raten? Einen 5kW-Ofen hätte ich zur Hand! Bei 11 cbm und einem Fenster mit fast 1 qm wahrscheinlich zu wendig? Aber immerhin Wände und Decke mit 18 cm Dämmung! Was würden Sie mir raten?

Ich danke Ihnen schon mal ganz arg im Voraus!

Viele Grüße aus Baden-Württemberg,

Hier die Antwort:
Ich danke Ihnen für Ihre ausführlichen Fragen, die ich gerne beantworten möchte:

Zu Frage 1:
Bitte keinen Latex-Anstrich vornehmen – in der Sauna keine chemischen Produkte einsetzen. Die Dampfsperre erstellen Sie mit einer Alufolie (Alublech), denn nur das ist eine Dampfsperre. OSB-Platten sind nur eine Dampfbremse. Die Alufolie können Sie vollflächig verkleben oder mit der Lattung für die Nut- und Federbretter befestigen. Nähte sind mit einem Alu-Klebeband zusätzlich abzukleben. Tackerstellen in der Alufolie sind ebenfalls mit Alu-Klebeband abzukleben. Daher ist eine getackerte Alufolie nicht die beste Befestigungsart.
Die Alufolie ist eine Dampfsperre, eine Hitzereflektion wird zwar erreicht, aber dieses ist ein Nebeneffekt und keine Bedingung.

Zu Frage 2:
Die beschriebene Alufolie können Sie einsetzen. Wenn Sie Bedenken wegen der PVC-Beschichtung haben (ich übrigens auch), dann nehmen Sie diese Seite zu den OSB-Platten hin und die nicht beschichtete Seite zum Saunainnenraum.

Zu Frage 3:
Die Befestigung der Nut-/Federbretter in jedem Falle mit einer Lattung einbauen, damit durchgehend eine Hinterlüftung entsteht. 24 mm dicke Latten sind vollkommen ausreichend.

Zu Frage 4:
Welche Holzart Sie für die innere Verbretterung wählen, bleibt Ihnen überlassen aber in jedem Fall sollten die Bretter abgelagert sein – eine längere Nut, bzw. Feder haben, und naturbelassen sein. KEINE behandelten Hölzer einsetzen. Heute werden neben nordischer Fichte und kanadischer Hemlock-Tanne auch Birke und Espe eingesetzt. Eine reine Frage des Geschmacks und des Geldbeutels.

Zu Frage 5:
Bei der Sauna handelt es sich um einen Kurzzeitbetrieb, daher sind Dämmungen über 50 mm nicht erforderlich. Größere Dämmungen verkleinern nicht die Größe des Heizgerätes. Die Sauna selbst muss ja zwei Löcher haben für die Zuluft unter dem Heizgerät und für die Abluft diagonal gegenüber dem Heizgerät ca. 80 cm vom Fußboden.
Bei einer Gartensauna geht man von -10° C Zuluft aus.
Faustformel zur Errechnung des Heizgerätes: Bei einer Sauna im Haus benötigt man für eine Sauna mit 11 cbm Raumvolumen 9 kW. Dazu 10% Aufschlag für Außenbetrieb und 5% für das Fenster ergeben: 12 kW.
Sollten Sie die Sauna nicht über + 90° C betreiben und keine schnelle Aufheizzeit (alles unter 45 Min Aufheizzeit ist schnell) erwarten, dann könnten auch noch 10,5 kW ausreichend sein. Mit 5 kW haben Sie bei Ihrer Konstellation leider keine Change einen Saunabetrieb aufzunehmen.

Habe ich Ihre Fragen ausreichend beantwortet?

Weiterhin viel Freude beim Bau Ihrer Sauna.

Bezugsquelle für Saunaheizgeräte und Saunazubehör.
Wellness-Stock – Sauna www.wellness-stock.de

Bei einer Anfrage, beziehen Sie sich auf meine Empfehlung:
www.Sauna-Heimwerker.de

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